Die Antigone des Sophokles


von Bertolt Brecht


In Brechts Antigone wird nicht das Schicksal, sondern der Mensch zur zerstörerischen Macht seiner selbst.

Timisoara, das Wien Rumäniens, die Metropole des Banat, im 17. Jahrhundert dem Osmanischen Reich entrissen und dann mit hunderttausenden schwäbischen Bauern besiedelt, hat seit k.u.k.-Zeiten ein eigenes deutschsprachiges Theater. Das ging durch alle Wirren der Zeit und ist in seiner vitalen, kulturellen Eigenwilligkeit zum ersten Mal im TNL zu sehen.

In Brechts Antigone wird nicht das Schicksal, sondern der Mensch zur zerstörerischen Macht seiner selbst.

Timisoara, das Wien Rumäniens, die Metropole des Banat, im 17. Jahrhundert dem Osmanischen Reich entrissen und dann mit hunderttausenden schwäbischen Bauern besiedelt, hat seit k.u.k.-Zeiten ein eigenes deutschsprachiges Theater. Das ging durch alle Wirren der Zeit und ist in seiner vitalen, kulturellen Eigenwilligkeit zum ersten Mal im TNL zu sehen.

Für Hegel war die Antigone des Sophokles das "absolute Exempel der Tragödie". Der elementare Konflikt zwischen Mensch und Staat werde in diesem Drama verhandelt. Antigone kämpft um ihr Recht, den toten Bruder zu begraben, den der Staat als ehrlosen Verräter sieht und deshalb ihr dieses Recht verwehrt. Die Unauflösbarkeit des Konflikts führt zum Untergang aller. Dass Bertolt Brecht diesen dramatischen Monolith benutzte, um an ihm das Instrumentarium des epischen Theaters zu schärfen, hat viel mit dem historischen Moment zu tun. Das Nazireich lag in Trümmern und Brecht wollte nicht zulassen, dass die Deutschen Krieg und Holocaust als tragi-sches Verhängnis begreifen. Dass sie sich so von der Seite der Täter auf die Seite der Opfer schlagen. Brechts Bearbeitung unter dem Titel Die Antigone des Sophokles hebt hervor, dass Geschichte nicht wie ein Fatum auf die Menschen herabfällt. Denn die Welt ist veränderbar und die Geschichte wird von Menschen gemacht.

In Zeiten, da ringsum Abschottung und neuer Nationalismus grassieren, ist allein schon die Koproduktion von Temeswar, Luxemburg, Heidelberg und den Ruhrfestspielen ein exemplarisches Zeichen. Regisseur Bernhard M. Eusterschulte hat bereits mehrmals im TNL mit seinen ungewöhnlichen Inszenierungen für Aufsehen gesorgt, zuletzt 2013 mit seinem Faust 2.0.

Eusterschulte behandelt "Die Antigone des Sophokles"  wie ein Klassiker - und nimmt sich entsprechende Freiheiten heraus. (...) Dabei machen seine Eingriffe stets Sinn und zeugen zudem von der Intelligenz des Theatermachers.
Pitt Herrmann, Sonntagsnachrichten

Regie: Bernhard M. Eusterschulte
Dramaturgie: Jürgen Popig
Sounddesign: Roderik Vanderstraeten
Bühne und Kostüme: Bernhard M. Eusterschulte

Mit: Nickel Bösenberg, Dana Borteanu, Steffen Gangloff, Pascale Noé Adam, Olga Török, Oana Vidoni, Germain Wagner

Représentations

ve 12 janvier 2018 20:00
di 14 janvier 2018 17:00
lu 15 janvier 2018 20:00
ma 16 janvier 2018 20:00
me 17 janvier 2018 20:00

Lieu

Théâtre National du Luxembourg (TNL)
194 ROUTE DE LONGWY
L-1940 LUXEMBOURG
Luxembourg

Tickets
Prix d'entrée

8.00 € jeune de - de 26 ans
20.00 € adulte

Contact

tél: 0035226 44 12 70 22 (Info)
tél: 003524708951 (Billetterie)
www: www.luxembourgticket.lu
www: www.tnl.lu
email: info@tnl.lu (Infos)

Antigone
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